GRÜNE für Sanierung des Hallenbades, Neubaupläne überzeugen nicht

Kurz vor der am Montag, dem 09.10.2017, im Stadtrat Königswinter zu treffenden Entscheidung, ob das Lemmerz-Hallenbad abgerissen und neu gebaut werden soll oder stattdessen eine Sanierung ansteht, haben sich die GRÜNEN Königswinter in einer Pressemitteilung erneut dazu positioniert und sich wiederholt für die Sanierungsvariante ausgesprochen.
Denn das im Sommer vorgelegte neue Sanierungsgutachten des Architektenbüro Blass (Euskirchen) wies eine deutlich günstigere Sanierung aus, als die zuvor kalkulierten Neubaupläne. Unterstellt man aktuelle Zahlen, in denen beim Neubau auch noch Kostensteigerungen eingepreist werden müssen, so würde eine Sanierung rund 2 Millionen billiger sein, als Abriss und Neubau. Die Neubaupläne beinhalten zudem eine Drehung des Hallenbades um 90 Grad, was weitreichende Folgen für den benachbarten Baumbestand hat. 15 etwa 50 Jahre alte, gesunde Bäume müssten dafür gefällt werden, weitere Bäume würden höchstwahrscheinlich durch den Aushub der neuen Baugrube im Wurzelwerk stark beschädigt, so dass die Gefahr weiteren Baumsterbens besteht. Auch ein historischer Markstein soll den Neubauplänen weichen. Risiken, die sich durch die Erdarbeiten auf dem ehemals industriell genutzten Gelände ergeben, wurden bislang gar nicht bewertet.
Das Argument städtebaulicher Verbesserung durch die Drehung des Gebäudes kann von den GRÜNEN nicht nachvollzogen werden, vielmehr werden so neue Lärmschneisen von der Bahntrasse in Richtung umgebender Wohnbebauung und dem Schulgelände des CJD geschaffen. Betrachtet man die weiteren Argumente rund um enegetische Aspekte, Barrierefreiheit und die Einrichtung von Vereins- und Sanitärräumen, so erweist sich die Sanierungsvariante ebenfalls als gleichwertig zum Neubau.
Thomas Koppe, Ortsvorsitzender der GRÜNEN, mahnt zur Besonnenheit und appeliert an die Ratsmitglieder der Koalition, sich ihrer Verantwortung für Königswinter bewusst zu werden. Eine unnötige Mehrausgabe von 2 Mio.€ ist bei der angespannten Haushaltslage, die bereits in diesem Jahr ein Defizit vom rund 4,6 Mio.€ ausweist, unverantwortlich. SPD und KöWi hatten sich bereits öffentlich für die Sanierung ausgesprochen, während die Koalition aus CDU, GAK und FDP mit ihrer Ratsmehrheit den Neubau beschließen will.

Anhang: Pressemitteilung vom 05.10.2017

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